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25.10.2015

Kleidersammlung für Flüchtlinge

Vom Reden allein passiert nichts. Deshalb haben die beiden Sekundarschülerinnen Julia Scheller und Marla Krechting die Initiative ergriffen und selbst eine Kleidersammlung für Flüchtlinge in der Sekundarschule auf die Beine gestellt.

„Wir haben es in Deutschland relativ gut. Die Flüchtlinge haben dagegen nichts und sind teilweise mehrere Wochen mit ihren Kindern gelaufen“, begründet Julia Scheller ihr Engagement. Zudem hätten einige von ihnen viel Geld für Schlepper bezahlt, fügt ihre Freundin Marla Krechting hinzu.

Die beiden 13-Jährigen stehen im Foyer der Sekundarschule hinter einem Tisch und nehmen die Hosen an, die ihnen Maximilian Zurholt reicht. Schön säuberlich legen die beiden Achtklässlerinnen die langen Hosen auf unterschiedliche Haufen.

Marla Krechting ist zufrieden: „Wir haben so gut wie keine unbrauchbaren Sachen bekommen.“ So türmen sich Hosen, Pullover und Schuhe auf den Tischen. Selbst Spielsachen haben ihre Mitschüler abgegeben. „Überwiegend haben wir Kindersachen bekommen“, sagt Julia Scheller.

Die Spenden bringen die beiden Schülerinnen zur Kleiderbörse nach Horstmar. „Die gibt es seit Anfang Oktober“, erzählt Marla Krechting. Auch bei der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Schöppingen haben sie nachgefragt. Doch dort gebe es derzeit keinen Bedarf, so Julia Scheller.

Auf die Idee kamen die Schülerinnen selbst. „Man spricht viel über Flüchtlinge, auch im Unterricht. Man tut aber nichts“, sagt Marla Krechting. Bei den Lehrern stießen die Mädchen auf offene Ohren.

So malten sie Plakate, die sie in der Schule aufhängten, und zudem gab es Schuldurchsagen. Lehrer Ingo Kabra schickte noch eine E-Mail an alle Lehrer und warb für das Projekt.

Über den Ansturm am Mittwoch freuen sich die beiden Horstmarerinnen. Einige Mitschüler helfen dabei, die Sachen nach Größen zu sortieren.

Auch die Gemeinde Schöppingen unterstützt die Mädchen. Der Bauhof bringt die gespendeten Sachen noch am gleichen Tag nach Horstmar zum alten Feuerwehrhaus, wo die Kleiderbörse eingerichtet ist.

Julia Scheller und Marla Krechting dürfen mitfahren. Bei der Gelegenheit schauen sich die 13-Jährigen gleich Flüchtlingswohnungen im Obergeschoss des Feuerwehrhauses an.

Zu Flüchtlingen selbst haben die Mädchen keinen Kontakt. „Wir würden ja etwas mit ihnen unternehmen“, sagt Marla Krechting. Aber es gebe keine gemeinsamen Treffpunkte.

Während sie selbst keine Flüchtlinge in ihren Klassen in Schöppingen haben, ist das in Horstmar anders. „Eine Freundin sitzt direkt neben einem Flüchtlingsmädchen“, sagt Marla Krechting. „Die sprechen viel besser Englisch“, erzählt Julia Scheller.

„Wir haben so gut wie keine unbrauchbaren Sachen bekommen.“

Marla Krechting, Sekundarschülerin

Von Rupert Joemann

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