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10.06.2015

Helden in Beton - "Verewigungsprojekt"

Das fertige Werk. Foto: privat

Schöppingen - In der Aula war kein Platz mehr: Darum wich der Abschlussjahrgang der Sekundarschule nun auf den Schulgarten aus, um sich zu „verewigen“. Unter Anleitung der Künstlerin Hanna Kier entstanden „Helden-Steine“.

In der Aula der Sekundarschule war schon im vergangenen Jahr für das Kunstprojekt der Abschlussklassen, der traditionellen „Verewigung“, kein Plätzchen mehr frei: Die Wänden zieren bereits zahlreiche Werke von Ehemaligen, von der Decke hängen transparente Fahnen mit den Konterfeis von Ex-Schülern und ein Riesen-Rechenschieber mit den Porträts längst Entlassener erleichtert den Kleinen das Addieren. Selbst der Fußboden erinnert mit einem „Walk of Fame“ an Schulabgänger der vergangenen Jahre.

Warum also in diesem Jahr nicht in den Schulgarten ausweichen? Zumal die ehemalige Kunstlehrerin der 10 c, Hanna Kier, ein besonderes Faible für den Werkstoff Beton hegt und sofort ihre Unterstützung zusagte. Schnell kristallisierte sich die Idee heraus, vier Betonsäulen mit den Gesichtern der Abschluss-Schüler zu gießen. Für jede Klasse eine.

Wo der beste Platz für diese Säulen ist, wussten die Schüler ganz genau: neben Jonas’ Baum, den sie zum Gedenken an ihren verstorbenen Mitschüler gepflanzt hatten. Auch ein Titel für das Kunstwerk war schnell gefunden. Gemäß dem Abschlussmotto „Echte Helden wissen, wann sie gehen müssen!“ werden die Säulen „Helden-Steine“ heißen.

Schon vor einigen Wochen begannen die ersten Vorbereitungen: Planungstreffen von Kunstlehrerin Barbara Beckmann und Hanna Kier, die inzwischen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Darmstadt arbeitet und demnächst ein künstlerisches Stipendium in Paris antritt, sowie Gespräche mit Rainer Krümpel vom Bauamt, der seine Unterstützung zusagte und sich auch um die Sicherheitsaspekte des Bauvorhabens kümmerte.

Über 120 Schüler- und Lehrerfotos schoss Barbara Beckmann und brachte sie mit Schülern am PC auf die richtige Größe, um sie schließlich auszudrucken. Hanna Kier kümmerte sich inzwischen um konzeptionelle Dinge: Tiefe und Breite der Säulen entsprechen nun ungefähr den Ausmaßen eines menschlichen Körpers, die Höhen variieren je nach Klassenstärke.

Die entscheidende Phase startete Ende Mai. Die Schüler und ihre Klassenlehrer hatten inzwischen ihr eigenes Gesicht mit Schere und Cuttermesser aus Buchbinderpappe ausgeschnitten. Die Fundamente waren bereits gegossen und mit Stahlkörben zur besseren Stabilität versehen worden. Ludger Höping hatte die Schalbretter vorbereitet, sodass nur noch die Scherenschnitte auf den Innenwänden positioniert werden mussten.

Hanna Kier kam zu dieser Kunst-Aktion extra noch einmal nach Schöppingen. Am Morgen wurden zunächst alle Schalbretter sorgfältig eingefettet und erst danach die Gesichter klassenweise mit Holzleim aufgeklebt. Später wurde auch die Pappe mehrmals mit Öl getränkt, damit sie sich später gut aus dem Beton lösen lässt. Im Schulgarten wurde dann die Verschalung angebracht, wobei die Schüler von Ludger Höping unterstützt wurden, der darauf achtete, dass alles auch in der Flucht und im Lot stand. Zusammen mit Kier und Antonius Roters vom Bauhof ging es dann an das Betonmischen und das Befüllen der Säulen. Erst einige Zeit nach Schulschluss war die Arbeit getan.

Einen Tag hatte der Beton Zeit auszuhärten. Mehr sollte es laut Anweisung von Hanna Kier nicht sein. „Es war schon ein spannender Moment, als Ludger Höping in Anwesenheit einiger interessierter Schüler die ersten Schalbretter vorsichtig löste“, berichtet Lehrerin Barbara Beckmann. Alles sah genau so aus wie gewünscht: 115 Entlass-Schüler mit ihren Lehrern und Schulhund Arwen in Beton gegossen und gut zu erkennen. Die letzten Arbeiten wie das Entfernen von Pappresten und das Aufschütten von Mulch, konnten nach dem vollständigen Aushärten des Betons ganz gelassen angegangen werden.

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Westfälische Nachrichten, 10.06.2015

 

 

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