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19.03.2015

Eine Insel für die Inklusion - Platzprobleme an der Sekundarschule

Die Sekundarschule in Schöppingen hat offenbar zu wenig Platz – draußen wie drinnen. Foto: Susanne Menzel

Schöppingen - Die Sekundarschule ist rasant gewachsen: Drückten im Jahr 2008 noch 240 Kinder aus Schöppingen, Horstmar und Laer an der Bergstiege die Schulbank, sind es mittlerweile 624 – und laut Prognose werden es erst einmal nicht weniger. Das stellt die Schule vor so manche Herausforderung. Vor allem was den Platz angeht.

Zum Beispiel beim Sport: Turnhalle und Schwimmbad sind praktisch „ausgebucht“. Nur zwei Drittel der vorgeschriebenen Stunden können aktuell gegeben werden. Der Grund, warum die Leitung der Schule – mittlerweile ein vierköpfiges Team um Rektor Hubertus Drude – am Montag im Gemeinderat vorsprach. Doch für dieses Problem habe sich zwischenzeitlich eine Lösung aufgetan, berichtete Konrektor Wilhelm Münch: Man könne künftig die Turnhalle in Leer mitnutzen, weitere Stunden würden über Skifreizeiten und Kooperationen mit Vereinen abgedeckt.

Drängender sei da die Situation in Sachen Mensa, so die Schulvertreter. Viele Kinder würden ihr Brot auf dem Boden der Aula verspeisen, weil die Kantine nur 80 Sitzplätze hat. Und eine Entspannung der Lage ist nicht absehbar: Durch die Einführung des Ganztags verbringen immer weniger Schüler die Mittagspause zu Hause.

Eine Idee, wie sich dieses Problem beheben ließe, hatte die Schule denn auch schon – ein Ansatz, mit dem man auch gleich ein weiteres Dilemma aus der Welt schaffen könnte: Die Mensa könnte, so der Vorschlag, in ein neu zu errichtendes Gebäudemodul ziehen, das genügend Platz für alle Esser bietet. Die alten Räume würde man dann für das inklusive Lernen nutzen. Bisher habe man für diesen Zweck nämlich noch gar keinen Platz – alle Klassen- und Fachräume sind belegt.

In dieser „Zukunftswerkstatt“ könnten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die stundenweise aus dem regulären Unterricht herausgenommen werden, unterkommen. Von ihnen gibt es aktuell 21 an der Schule, sieben weitere wurden für den Sommer angemeldet. Aber auch solche Schüler, die besondere Begabungen zeigten, könnten in den Räumen besonders gefordert werden. „Sie würden zusätzlich gekitzelt“, erklärte Barbara Schneider, didaktische Leiterin. Trainieren für den Mathewettbewerb oder Üben für das Französisch-Zertifikat wären hier beispielsweise denkbar. „Wie ein Inselleben“ innerhalb der Schule stellt sich Drude das Ganze vor. „Ohne Pausengong und Stundenraster.“

Ein Vorschlag, über den die Ratsmitglieder geteilter Meinung waren. Skeptisch zeigte sich etwa CDU-Frau Ursula Uphoff: „Sie muten sich zu viel zu.“ Sie glaube, dass die Schule zu schnell gewachsen sei und daher mit vielen Problemen zu kämpfen habe. Ihr Sohn gehe auch dorthin und berichte zum Beispiel von Spießroutenläufen und Konflikten auf dem zu kleinen Schulhof. Im Gespräch mit anderen Eltern habe sie zudem von nicht eingehaltenen Lehrplänen gehört.

„Wir hatten gerade erst die Qualitätsanalyse im Haus“, entgegnete Hubertus Drude. Die guten Ergebnisse der Prüfung seien öffentlich einsehbar. Zudem hätten die Schüler zuletzt in landesweiten Vergleichstests – etwa in Mathe – hervorragend abgeschnitten, fügte Barbara Schneider hinzu.

Einige Ratsmitglieder sahen die Entwicklung an der Schule ebenfalls positiv und verwiesen auf den guten Ruf („Meine Kinder sind angetan“, Alfons Wissing, CDU).

Die Inklusion sei zudem „kein Wunschkonzert, sondern Gesetz“ (Horst Emmrich, UWG). „Wir müssen da tätig werden, es gibt keine Alternative“, stellte Rüdiger Kremser (SPD) fest.

Mit breiter Mehrheit entschied sich der Gemeinderat am Ende, die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzepts für eine mögliche Umgestaltung zu beauftragen. Aber: Das Ganze werde etwas Zeit brauchen, so Bürgermeister Niehoff. „Wir werden zum neuen Schuljahr nicht zaubern können.“

Von Anne Alichmann

Westfälische Nachrichten, 19.03.2015

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